productronica: Podiumsdiskussion mit Johann Weber

Zollner-CEO Johann Weber hat auf der productronica beim EMS Round-Table mitdiskutiert. Auf dem Podium ging es um die Frage „Wie viel Digitalisierung braucht die EMS-Industrie?“

Zur Diskussion hatte das Branchenmagazin Markt&Technik eingeladen. Auf dem Podium waren Vertreter von EMS-Unternehmen unterschiedlichster Größe versammelt: vom Betrieb mit 30 Beschäftigten bis hin zur Zollner Elektronik AG mit ihren über 11.000 Mitarbeitern weltweit. Johann Weber brachte die Sicht eines Global Players ein und unterstrich die Notwendigkeit der Digitalisierung. Wobei er selbst lieber von der digitalen Transformation spricht, schließlich geht es um eine Vielzahl von Prozessen, die nach und nach digitalisiert werden müssten, um Produktion und Prozesse immer enger zu vernetzen.

Der erste Schritt: „Ganz wichtig für einen EMS-Hersteller ist es, die Maschinen in der Produktion mit den Schnittstellen auszustatten, die es erlauben, sie ins Manufacturing Execution System einzubinden“, sagte Johann Weber. Die Zollner Elektronik AG habe das frühzeitig gemacht, um Traceability zu gewährleisten. Die Rückverfolgbarkeit der Bauteile in der Produktionskette dürfe aber nicht nur der Risikominimierung dienen. Seiner Meinung nach ist es ein großes Versäumnis, nur Fehlerdaten zu sammeln. Es seien doch die guten Daten, die KI-Algorithmen bräuchten, um zu lernen und damit den Produktionsprozess zu verbessern – je mehr, desto besser. Ziel sei es, daraus auf lange Sicht neue Lösungen für die Kunden zu generieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Maßgeblicher Erfolgsfaktor für die digitale Transformation ist für Johann Weber der Mensch. Er habe eine wichtige Aufgabe: „Die Daten zu sammeln ist die große Herausforderung, und vor allem bei der Auswertung hapert es noch. Dazu muss der jeweilige Nutzer sich aber erst einmal klar gemacht haben, was genau seine Ziele sind und was genau mit den Daten gemacht werden soll.“ Die weit verbreitete Angst vor dem Jobkiller Digitalisierung ist laut Johann Weber völlig unbegründet.